Marie-Simon-Pflegepreis und Otto-Heinemann-Preis 2017

Auf der 4. Berliner Pflegekonferenz im November 2017 werden der Marie-Simon-Pflegepreis und der Otto-Heinemann-Preis vergeben.

Marie-Simon-Pflegepreis

Wie kann die Versorgungssicherheit von Pflegebedürftigen im Versorgungsprozess gewährleistet werden? Wie können Helfende bei der Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen unterstützt werden? Welche Informations- und Kommunikationstechnologien können die Gestaltung in der Pflege unterstützen?
Zu all diesen Fragen gibt es bereits viele innovative Antworten und individuelle Lösungen. Die unterschiedlichen Ansätze unterstreichen auch die Notwendigkeit, gute Ansätze in der Pflege zu identifizieren und öffentlich zu machen.

Mit dem Marie-Simon-Pflegepreis für Innovationen in der Pflege werden besonders innovative Pflegeprojekte ausgezeichnet.

Otto-Heinemann-Preis

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird in immer mehr Unternehmen zu einem wichtigen Thema. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und des absehbaren Fachkräftemangels rücken dabei auch Erwerbstätige, die gleichzeitig Familienangehörige pflegen müssen, zunehmend in den Fokus der Arbeitgeber.
Gesucht wird daher das innovativste Unternehmen, das in herausragender Weise für seine Beschäftigten optimale Bedingungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Arbeit schafft, mit Ideenreichtum und unternehmerischer Weitsicht auf das Wohl seiner Angestellten zielt.

Einsendeschluss für beide Bewerbungen ist der 30. Juni 2017.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten

http://berliner-pflegekonferenz.de/preisverleihung/marie-simon-pflegepreis/ und 

http://berliner-pflegekonferenz.de/preisverleihung/otto-heinemann-preis/

Deutscher Pflegetag in Berlin

Der Deutsche Pflegetag in Berlin ist eine der zentralen jährlichen Veranstaltungen für die Pflege in Deutschland.
Vom 23. bis 25. März 2017 trafen sich wieder Vertreter aus Pflege, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum intensiven Dialog auf dem Pflegekongress. Das Ziel: Gemeinsam die Herausforderung der Pflege in der Zukunft anzugehen.
Der Deutsche Pflegetag richtet sich sowohl an professionell Pflegende als auch an Pflegeinteressierte.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite:
https://deutscher-pflegetag.de

Was ändert sich mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz zum 01.01.2017?

In der Begutachtung durch den MDK geht es nun nicht mehr darum, bei dem pflegebedürftigen Menschen einen Zeitaufwand für alltägliche Verrichtungen zu ermitteln, sondern darum, wie selbständig er bei der Bewältigung seines Alltags ist. In sechs Bereichen werden dazu die individuellen Beeinträchtigungen und Fähigkeiten der bzw. des Pflegebedürftigen erfasst.

Statt drei Pflegestufen gibt es fünf Pflegegrade. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff können die individuellen Beeinträchtigungen und Fähigkeiten der Pflegebedürftigen umfassender und genauer erfasst werden.
Die körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen werden dabei gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen. Davon profitieren besonders auch Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. 

Um die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und die damit verbundenen Leistungsverbesserungen zu finanzieren, steigt der Beitragssatz der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose.

Weitere Informationen erhalten Sie unter diesem Link.

Im Dezember 2015 gab es in Deutschland knapp 2,9 Millionen pflegebedürftige Menschen

Im Dezember 2015 waren in Deutschland 2,86 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat die Zahl der Pflegebedürftigen im Vergleich zum Dezember 2013 um 234 000 zugenommen.
83 % der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel (37 %) war mindestens 85 Jahre alt. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (64 %). 

Annähernd drei Viertel (2,08 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,38 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 692 000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt. Gut ein Viertel (783 000 Pflegebedürftige) wurde in Pflegeheimen vollstationär betreut. 

Im Vergleich mit Dezember 2013 ist die Zahl der in Heimen vollstationär versorgten Pflegebedürftigen um 2,5 % (+ 19 000) gestiegen. Bei der Pflege zu Hause ist die Zunahme mit + 11,6 % (+ 215 000 Pflegebedürftige) deutlich höher, was auch auf die Reformen der Pflegeversicherung zurückzuführen ist. 

Bundesprogramm "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz"

Bis zu 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Dabei leiden Menschen mit Demenz nicht nur unter ihrer Erkrankung, sondern auch unter sozialer Ausgrenzung. Ziel des Bundesprogramms "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Lokale Allianzen entwickeln Angebote für Betroffene und ihre Familien.

Seit September 2016 sind 128 neue Allianzen an den Start gegangen. Am 25. Januar 2017 hat Manuela Schwesig den 500. Förderbescheid des Bundesprogramms überreicht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz.

Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit und Pflegezeit für Beamtinnen und Beamte des Bundes sowie Soldatinnen und Soldaten

Im Oktober 2016 ist das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf für Beamtinnen und Beamte des Bundes sowie Soldatinnen und Soldaten in Kraft getreten. Damit wurde ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit und Pflegezeit für diese Personengruppe eingeführt.

Betroffene, die Familienpflegezeit oder Pflegezeit, in Anspruch nehmen, erhalten während der Freistellung einen Vorschuss zur besseren Bewältigung des Lebensunterhalts während der (teilweisen) Freistellung, die mit einer Gehaltsreduzierung verbunden ist.

Damit wird das für die Privatwirtschaft und für Tarifbeschäftigte seit dem 1. Januar 2015 geltende Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf im Wesentlichen wirkungsgleich im Bundesbeamten- und Soldatenbereich nachvollzogen.

Weitere Informationen finden Sie im Bundesgesetzblatt Teil I, Nr. 50, Seite 2362 bis 2369 vom 27.10.2016.

„Blitzbefragung“ bei Unternehmen

Im Zeitraum von Juni bis August 2016 wurde durch das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ eine „Blitzbefragung“ bei Unternehmen durchgeführt, an der sich 742 Unternehmen beteiligt haben. 

Die Befragung hat ergeben, dass 85,1% der Unternehmen den Stellenwert der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in ihrem Unternehmen als sehr wichtig oder wichtig beurteilen. Bei den Maßnahmen, die in den Unternehmen angeboten werden, um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu erleichtern, stellt sich die Reihenfolge wie folgt dar: flexible Arbeitszeiten (92,31%), Reduzierung der Arbeitszeit (86,65%), unbezahlte Freistellung (72,71%), Beratung durch Personalverantwortliche (59,94%), Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements (58,93%). Von 16,4% der Teilnahmenden wurde eine bezahlte Freistellung genannt.

Die Unternehmen haben mit Mehrheit (72,67%) angegeben, dass sie ihre Informationen aus Veröffentlichungen der Bundesministerien beziehen, gefolgt von Informationen der Fachpresse oder aus Fachpublikationen (62,16%).

Es stellte sich ferner heraus, dass 49,75% der Unternehmen die gesetzlichen Regelungen zur kurzzeitigen Arbeitsverhinderung und zu den Freistellungen nach dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz  kennen und nutzen. 39,76% gaben an, sie zu kennen, aber nicht zu nutzen. Nur 10,49% gaben an, sie nicht zu kennen.

Weitere Ergebnisse der „Blitzbefragung“ sind in Kürze auf der Internetseite http://www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerk zu finden.

Befragung zur Inanspruchnahme der Freistellungen nach dem Pflege- und Familienpflegezeitgesetz

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Von März bis August 2016 wurde eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 50.000 Personen durch TNS Emnid im Rahmen einer Mehrthemenbefragung durchgeführt, um diejenigen Personen zu ermitteln, die im Zeitpunkt der Befragung selbst pflegen oder seit Inkrafttreten der neuen Regelungen am 01.01.2015 gepflegt und eine Freistellung in Anspruch genommen haben.
Nachdem die Befragung und die Auswertung abgeschlossen sind, kann die Feststellung getroffen werden, dass davon auszugehen ist, dass als untere Grenze  insgesamt 68.288 Personen seit dem Jahr 2015 eine Pflegezeit, Familienpflegezeit oder eine Freistellung für die auch außerhäusliche Betreuung von minderjährigen pflegebedürftigen nahen Angehörigen oder für die Begleitung in der letzten Lebensphase in Anspruch genommen haben.

Mehr Verbraucherschutz in der Pflege durch das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz und eine neue Schlichtungsstelle

Der Bund hat die zivilrechtlichen Vorschriften des Heimgesetzes durch das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) weiterentwickelt. Das WBVG ist ein Verbraucherschutzgesetz und findet auf Verträge Anwendung, bei denen die Überlassung von Wohnraum mit der Erbringung von Pflege- oder Betreuungsleistungen verbunden wird.
Weitere Informationen gibt es unter dem Link http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=129296.html.

Am 1. April 2016 hat die sogenannte Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle des Zentrums für Schlichtung e.V. ihre Arbeit aufgenommen. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich im Falle von Streitigkeiten aus Verträgen, die dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz unterliegen, an diese Verbraucherschlichtungsstelle wenden.
Weitere Informationen finden Sie unter dem Link http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=224984.html.

Geschäftsstelle des unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf neu eingerichtet

Am 01. Januar 2016 wurde die Geschäftsstelle des unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln eingerichtet. Die Geschäftsstelle unterstützt den Beirat, der sich mit Fragen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf beschäftigt, die Umsetzung der einschlägigen gesetzlichen Regelungen begleitet und über deren Auswirkungen berät.