Wichtige Hinweise zum Thema Beratung

Manchmal kann es ganz schnell gehen: Ein Unfall, ein Sturz, eine Krankheit – und jemand wird pflegebedürftig. Hier erfahren Sie, was jetzt zu tun ist.
Weitere Informationen erhalten Sie außerdem am Pflegetelefon unter der Nummer 030/ 20179131.

Kurzinformationen zum Thema Beratung

Im Dezember 2015 waren in Deutschland 2,86 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI).
Annähernd drei Viertel (2,08 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,38 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 692 000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt.

Seit dem 01. Januar 2017 gelten nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XI) Personen als pflegebedürftig, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen.

Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können.

Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, bestehen.

Häufige Fragen zum Thema Beratung

Allgemein

Wo erhalten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Beratung?
Antwort

Versicherte können eine umfassende Beratung durch die Pflegeberaterinnen und -berater ihrer Kranken-/Pflegekasse erhalten. Diese verfügen über umfassendes Wissen und können so das vorhandene Leistungsangebot vorstellen und unterstützend tätig werden. Auf Wunsch kann diese Beratung auch zu Hause durchgeführt werden. Setzen Sie sich also mit Ihrer Pflegekasse oder der Pflegekasse der zu pflegenden Person in Verbindung.


Informationen rund um das Thema Pflege erhalten Sie auch bei den Pflegestützpunkten. In diesen Pflegestützpunkten finden Sie die von den Pflegekassen eingesetzten Pflegeberaterinnen und -berater. Wo sich ein solcher Stützpunkt in Ihrer Nähe befindet, erfahren Sie bei Ihrer Pflegekasse.

 

Unterstützung bei der Erstellung eines Pflegeplans bietet auch die Weisse Liste. Mit dem Pflegeplan können Sie Ihren persönlichen Bedarf ermitteln und schauen, welche Pflegeleistung zu Ihrer Situation passt https://www.weisse-liste.de/de/pflege/pflegeplaner/.

 

Für privat Versicherte wird die Pflegeberatung durch das Unternehmen „COMPASS Private Pflegeberatung“ angeboten. Weitere Informationen erhalten Sie unter: COMPASS Private Pflegeberatung – www.compass-pflegeberatung.de


Umfangreiche Informationen zum Thema Pflege, z.B. auch zur Gewaltprävention, sowie eine Datenbank mit unterschiedlichen Ansprechstellen für Pflegebedürftige und Angehörige finden Sie außerdem auf der Internetseite http://www.bdb.zqp.de/.

Wo finden pflegende Angehörige Unterstützung?
Antwort

Einen pflegebedürftigen Menschen zu betreuen, ist eine anspruchsvolle und anstrengende Tätigkeit. Nicht selten gehen Angehörige bei der häuslichen Pflege und Fürsorge über ihre eigenen Belastungsgrenzen hinaus. Um seelischen Stress besser bewältigen zu können und das Auftreten von Krankheitssymptomen zu verhindern, bietet das Onlineportal www.pflegen-und-leben.de der gemeinnützigen Gesellschaft Catania eine psychologische Onlineberatung bei seelischer Belastung durch den Pflegealltag.

 

Weitere Informationen zur psychologischen Onlineberatung finden Sie hier:
gemeinnützige Gesellschaft Catania – www.pflegen-und-leben.de

Welche weiteren Hilfen gibt es für ältere Menschen?
Antwort

Nicht immer können Kinder oder Enkel die volle Pflege und Versorgung einer oder eines hilfebedürftigen Angehörigen übernehmen. Deshalb gibt es in Deutschland ein breites Hilfenetz für ältere Menschen. So bieten verschiedene Dienste und Einrichtungen eine Vielzahl von Angeboten für die Erledigung täglicher Arbeiten. Es gibt eine gute Versorgung mit professionellen Pflegediensten, die im Bedarfsfall die Pflege in der Wohnung durchführen. Darüber hinaus bieten viele Organisationen mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ihre Unterstützung an und sorgen dafür, dass Sie im Alter möglichst lange in Ihrem vertrauten Wohnquartier bleiben können.

 

Hierzu zählen z. B. die Seniorenbüros. Sie sind Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstellen für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement in der nachberuflichen und nachfamiliären Lebensphase. Sie entstanden Anfang der 1990er-Jahre auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und richten sich an Menschen ab 50 Jahre, die für andere aktiv werden wollen. Heute gibt es in Deutschland rund 300 Seniorenbüros. 

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros – www.seniorenbueros.org

 

Unterstützungsangebote erhalten Sie auch durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die von den vielen Freiwilligenagenturen vermittelt werden. Ob eine Freiwilligenagentur in Ihrer Nähe ist, erfahren Sie über die Postleitzahlensuche auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaften der Freiwilligenagenturen. Fragen Sie bei der Freiwilligenagentur in Ihrer Nähe nach Hilfsangeboten. Gegebenenfalls werden Sie an entsprechende Organisationen vermittelt, die die Freiwilligen entsenden.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen – www.bagfa.de

Was sind Seniorenbüros und wo finde ich sie?
Antwort

Seniorenbüros sind Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstellen für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement in der nachberuflichen und nachfamiliären Lebensphase. Sie entstanden Anfang der 1990er-Jahre auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und richten sich an Menschen ab 50 Jahre, die für andere aktiv werden wollen. Heute gibt es in Deutschland rund 300 Seniorenbüros. Sie bieten:

  • Übernahme kommunaler Aufgaben im Bereich der offenen Altenhilfe
  • Information, Beratung und Vermittlung von älteren Menschen, die an freiwilligem Engagement interessiert sind
  • Beratung von Einrichtungen zur Vermittlung älterer Freiwilliger
  • Begleitung älterer Freiwilliger
  • Angebote zur Fort- und Weiterbildung
  • Initiierung, Beratung und Unterstützung von Projekten
  • Kooperation und Vernetzung innerhalb der Kommune
Wie finde ich passende Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen?
Antwort

Adressen von ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen erhalten Sie bei Ihrer Pflegekasse. Privat Versicherte können sich an ihr Versicherungsunternehmen wenden oder an den Verband der Privaten Krankenversicherung e. V., Gustav-Heinemann-Ufer 74c, 50968 Köln. Informationen erhalten Sie auch über das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit unter 030/3406066-02. Auf den Internetseiten der Pflegeversicherungen können die Kontaktdaten der ambulanten Pflegedienste vor Ort über eine Postleitzahlensuche ermittelt werden.

 

Die Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (BIVA) bietet Ihnen ein Verzeichnis stationärer Betreuungseinrichtungen im Internet an. Bei Eingabe des Wohnorts werden stationäre Wohn- und Betreuungsangebote für ältere Menschen angezeigt. Sie erhalten hier auch Informationen über die Qualität der Einrichtungen. Über die Postleitzahlensuche können Sie Einrichtungen vor Ort finden www.heimverzeichnis.de.

 

Das Internetportal Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen unter der Schirmherrschaft des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigten für die Pflege. Die Pflegeheimsuche der Weisse Liste hilft Ihnen bei der Suche und der Auswahl einer Einrichtung. Informieren Sie sich zu aktuell freien Plätzen, Serviceangeboten sowie den voraussichtlichen Heimkosten https://www.weisse-liste.de/de/pflege/pflegeheimsuche/.

Wie finde ich eine Haushaltshilfe aus dem Ausland?
Antwort

Haushaltshilfen aus den EU-Mitgliedsstaaten können in Deutschland ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt werden. Die zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Sie bei der Suche und Auswahl geeigneter Hilfskräfte im Haushalt. In Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Arbeitsverwaltungen vermittelt die ZAV Haushaltshilfen, die Sie beim Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen und anderen Arbeiten im Haushalt, bei der Pflege und bei der sozialen Betreuung unterstützen.


Kontakt:
Bundesagentur für Arbeit

Pflege

Kann man auch zu Hause betreut werden?
Antwort

Ambulante Pflegedienste unterstützen Sie zu Hause in der gewohnten Umgebung. Sie sind Teil des Angebots von Wohlfahrtsverbänden, Kommunen und privaten Anbietern. Zu den Leistungen gehören neben der Pflegeleistung auch hauswirtschaftliche und soziale Betreuungsangebote. Finanziell wird die Inanspruchnahme der Pflegedienste dann von der Pflegekasse unterstützt, wenn die Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) bestätigt wurde. Entscheidungskriterien für den „richtigen“ Pflegedienst sollten die Art und Ausgestaltung der Leistungen und die räumliche Nähe des Anbieters zum eigenen Wohnort sein.

Gibt es Kurse, in denen ich mich auf die Pflege vorbereiten kann?
Antwort

Die Pflegeversicherungen bieten kostenlose Kurse an, in denen Grundkenntnisse der häuslichen Pflege vermittelt werden. Sie reichen vom rückenschonenden Heben bis zur richtigen Nutzung von Hilfsmitteln. Außerdem bieten diese Kurse pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Schulungen sind auch zu Hause möglich.

Wie vermeide ich Zwang und Gewalt in der Pflege?
Antwort

Betreuung und Versorgung von Menschen mit Demenz werden oftmals durch motorische Unruhe und herausfordernde Verhaltensweisen erschwert. Gerade in fortgeschrittenen Krankheitsstadien, wenn sprachliche Kommunikation nicht mehr möglich ist, werden freiheitsentziehende oder freiheitseinschränkende Maßnahmen eingesetzt, um die Betroffenen vor Schaden zu bewahren. Dabei bleibt das Selbstbestimmungsrecht auf der Strecke.

 

Dass gute Pflege auch ohne Zwang möglich ist und wie Gewalt in der Pflege vermieden werden kann, darüber informiert die Internetseite des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hier:

www.pflege-gewalt.de

Kann ich jemanden vorübergehend in einer Pflegeeinrichtung betreuen lassen?
Antwort

Viele Pflegebedürftige sind nur für eine begrenzte Zeit auf vollstationäre Pflege angewiesen, insbesondere bei der Bewältigung von Krisensituationen bei der häuslichen Pflege – etwa während der Urlaubszeit oder bei Krankheit der Pflegeperson – oder übergangsweise z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt. In Kurzzeitpflege-Einrichtungen werden die Pflegebedürftigen medizinisch und sozial betreut. Nachtpflege bietet sich in den Fällen an, in denen ältere Menschen tagsüber in ihrer vertrauten Wohnung leben, aber nachts in einer teilstationären Einrichtung betreut werden müssen. Tagespflege ermöglicht Tagesstrukturierung und fördernde Betreuung in einer Gruppe, aus der die Pflegebedürftigen nachmittags wieder nach Hause zurückkehren.

Wo kann ich mich über ein Pflegeheim beschweren?
Antwort

Wenn hilflose Menschen in Pflegeheimen vernachlässigt oder gequält werden, liegt ein mehr als hinreichender Beschwerdegrund vor. Dazu zählen nicht nur massive körperliche Gewalt und offensichtliche Vernachlässigung bis hin zur Erkrankung. Es sind aber auch die kleinen, kaum bemerkbaren „Pflegefehler“ im Heimalltag, die für die Betroffenen ein vermeidbares Leid bedeuten. Pflegefehler sind z. B. Körperpflege mit Mitteln, die nicht dem Hauttyp entsprechen, die Ernährung mit vitaminarmer Kost oder fehlende Aktivierungsprogramme und mangelnde soziale Angebote. Betroffene haben nach einem erfolglosen Gespräch mit der Pflege- oder Heimleitung folgende Adressaten für ihre Beschwerden:

  • den Heimbeirat als zentrales Mitwirkungsgremium im Heim
  • den Träger beziehungsweise Betreiber des Heims
  • die eigene Pflegekasse, die den Medizinischen Dienst beauftragen kann
  • die Heimaufsicht als Kontrollbehörde für Altenheime (In den meisten Bundesländern ist diese auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte zu finden. Die jeweiligen Adressen erhalten Sie über das Sozialamt in Ihrer Stadt/Gemeinde.)
  • den vzbv, Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.
  • Initiativen gegen Gewalt im Alter (z. B. Handeln statt Misshandeln – Bonner Initiative gegen Gewalt e. V., Pflege in Not des Diakonischen Werkes Berlin Stadtmitte e. V.)

Telefonische Beratung und schnelle Hilfe für Angehörige

Sie wissen nicht weiter? Das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums erreichen Sie von Montag bis Donnerstag zwischen 9.00 und 18.00 Uhr und per E-Mail: info.spam@wege-zur-pflege.de.

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