Konzertierte Aktion Pflege: Gemeinsame Initiative zur Stärkung der Pflege in Deutschland

Die Konzertierte Aktion Pflege hat das Ziel, den Arbeitsalltag und die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften spürbar zu verbessern, die Pflegekräfte zu entlasten und die Ausbildung in der Pflege zu stärken.

Sie soll dabei die Potentiale der in der Pflege beteiligten Akteure nutzen, um gemeinsam Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die die Situation nachhaltig verbessern.

Bund, Länder und die relevanten Akteure in der Pflege sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der beruflich Pflegenden entwickeln und deren Umsetzung durch die jeweiligen Akteure verbindlich vereinbaren.

Die Maßnahmen sollen binnen eines Jahres gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten in einem Dachgremium und fünf themenbezogenen Arbeitsgruppen entwickelt werden.

Die Konzertierte Aktion Pflege ist ein gemeinsames Projekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Koordiniert wird die Aktion vom BMG, das dafür eine Geschäftsstelle einrichtet.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bmfsfj.de/.

Otto-Heinemann-Preis zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Mehr und mehr Berufstätige müssen neben ihrer Arbeit die Pflege von Familienangehörigen organisieren und sind damit einer erheblichen Doppelbelastung ausgesetzt.

Ziel des Otto-Heinemann-Preises ist es, Unternehmen auszuzeichnen, die bereits vorbildliche Lösungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf entwickelt haben, um darüber zugleich Ideen und Anregungen zur Nachahmung für andere Unternehmen zu geben.

Der Wettbewerb steht in 2018 unter der Schirmherrschaft von Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, und wird durch spectrumK in Kooperation mit dem BKK Dachverband und dem IKK e.V. ausgerichtet. 

Für die Bewerbung steht ein Online-Formular unter zur Verfügung. Das Online-Formular sowie weitere Informationen zum Otto-Heinemann-Preis finden hier.

Die Deadline für die Einreichung von Bewerbungen wurde auf den 6. August 2018 verlängert.

Bundesmodellprojekt "SelbstBestimmt im Alter!"

An 15 Modellstandorten in zehn Bundesländern sorgen Seniorenbüros im Rahmen des Bundesmodellprojekt "SelbstBestimmt im Alter! – Vorsorge-Unterstützung im Team" dafür, dass ältere Menschen besser über Vorsorgeregelungen informiert sind und leichter Hilfen erhalten können. Drei der beteiligten Standorte sind gleichzeitig auch Mehrgenerationenhäuser.

Pro Standort sind durchschnittlich zehn Ehrenamtliche tätig, die Seniorinnen beziehungsweise Senioren in ihrem Zuhause betreuen. So werden beispielsweise in Berlin, Saalfeld und Starnberg ältere Personen bis zum Lebensende ehrenamtlich begleitet.

Durch Gespräche mit den Ehrenamtlichen fühlen sich die älteren Menschen persönlich gestärkt. Sie gehen wieder mehr aus dem Haus und können persönliche Dinge selbstbestimmt regeln. Die Ehrenamtlichen helfen beim Umgang mit Behörden, vermitteln andere Hilfen und begleiten die Menschen zu Ärzten.

Die Wirksamkeit dieses Projekts ist durch eine Zwischen-Evaluierung des Instituts SÖSTRA bestätigt worden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e.V. (BaS) leitet das Projekt seit Ende des Jahres 2016, das Bundeseniorenministerium fördert es noch bis Mitte des Jahres 2019.

Die 15 Modellstandorte sowie weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Fünfte Sitzung des unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Seit Ende 2015 besteht der unabhängige Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

Der Beirat trifft sich halbjährlich, um über Fragestellungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie über die einschlägigen gesetzlichen Regelungen zu diskutieren und zu beraten. Am 24. April 2018 fand die fünfte Sitzung des Beirats statt.

Die Schwerpunkte lagen auf den Themen „Pflege auf Distanz“ und „pflegebedürftige Kinder und Jugendliche“. Weitere Schwerpunkte der Sitzung waren die Ergebnisse der Arbeitsgruppen, die präsentiert und diskutiert wurden. Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden nun konkrete Modelle und Handlungsempfehlungen in intensiver Zusammenarbeit in den Arbeitsgruppen ausgestaltet. Diese sollen in den Abschlussbericht einfließen, der zum 1.6.2019 dem BMFSFJ vorgelegt werden soll.

Mehr pflegende Angehörige erhalten Rentenansprüche durch die Pflege

Immer mehr pflegende Angehörige erhalten für die Zeit der Pflege Rentenansprüche. Nach einem Jahr Pflege erhöht sich die monatliche Rente um bis zu 30 Euro.

Die Zahl der Pflegenden mit dabei erworbenen Rentenanwartschaften dürfte durch die Anfang 2017 in Kraft getretene Pflegereform deutlich gestiegen sein. Die Rentenversicherung bekam von den Pflegekassen im vergangenen Jahr mehr Geld. Die Beitragseinnahmen für Pflegepersonen stiegen von rund 1 Milliarde 2016 auf mehr als 1,5 Milliarden Euro 2017. Es fließen nun erheblich mehr Beiträge aus der Pflegeversicherung in die gesetzliche Rentenversicherung und verbessern damit die Absicherung der Pflegenden.

Informationen darüber, unter welchen Voraussetzungen Sie als Pflegeperson zusätzliche Beiträge in Ihre Rentenversicherung erhalten können, finden Sie hier.

Sonderpreis "Gestaltung des demografischen Wandels"

540 Mehrgenerationenhäuser bringen Alt und Jung in ganz Deutschland zusammen, bieten Beratung in allen Lebenslagen und nachbarschaftliche Hilfe. Mehrgenerationenhäuser sind offene Begegnungsorte für Menschen jeden Alters, mit unterschiedlicher Herkunft oder kulturellem Hintergrund.

Fünf dieser Mehrgenerationenhäuser hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey am 4. Juni als "DemografieGestalter 2018" ausgezeichnet. Der mit jeweils 2000 Euro dotierte Preis für Mehrgenerationenhäuser wird 2018 zum ersten Mal verliehen. In vier Kategorien und einer Sonderkategorie würdigt er besonders gelungene Projekte zur Bewältigung des demografischen Wandels. Mehr als 70 Mehrgenerationenhäuser hatten sich beworben.

Preisträger des Sonderpreises "Gestaltung des demografischen Wandels" wurde das Mehrgenerationenhaus Dorflinde Langenfeld mit dem Projekt "Daheim statt im Heim!" Engagierte Bürgerinnen und Bürger unterstützen Pflegebedürftige und pflegende Angehörige, um Strukturschwächen in der dortigen ländlichen Region erfolgreich zu kompensieren.

"Altes Garmisch neu gelebt" erhält Preis für Baukultur

Es begann im April 2009 mit einer Mail des seinerzeitigen zweiten Vorsitzenden des Vereins zum Erhalt der historischen Bau- und Landschaftsstruktur in Garmisch- Partenkirchen. Schnell wurde klar: Die Ideen, die dort vorgestellt wurden, passen zu den Zielen, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Förderbank KfW mit ihrem seinerzeitigen Programm zum Mehrgenerationenwohnen verfolgten: Die Nutzung brachliegender Flächen, die Stärkung des Zusammenhalts und auch der Gedanke der Altersvorsorge durch die Bildung von Wohneigentum. Nun wurde das inzwischen fertiggestellte Projekt mit dem ersten Preis des Wettbewerbs für Baukultur der Metropolregion München ausgezeichnet. Auslober waren unter anderem die Bundesstiftung Baukultur, die Bayerische Architektenkammer und die Landeshauptstadt München.

"Altes Garmisch neu gelebt", so der Titel dieses Projekts, leiste laut dem Votum der Jury einen wichtigen Beitrag für Innenentwicklung und Wohnraumschaffung. Das Projekt könne Pate stehen für Ortsentwicklungen in größeren wie kleineren Kommunen. Die Kombination der historischen Bausubstanz mit nachhaltigen Neubauten in traditioneller Holzbauweise sei eine fern jeder Heimattümelei hochwertige Gestaltung, so das Preisgericht.

Informationen zu weiteren Projekten, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurden, finden Sie auf der Internetseite von "Zu Hause im Alter".

Beratungstelefon für Kinder und Jugendliche, die Angehörige pflegen

Nicht nur Erwachsene kümmern sich um kranke oder pflegebedürftige Angehörige – nach einer Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) versorgen und pflegen rund 230.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland regelmäßig Angehörige.

Um diese jungen Menschen zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) das Projekt „Pausentaste – Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe. Das Angebot für Kinder und Jugendliche, die sich um ihre Familie kümmern“ ins Leben gerufen.

Seit dem 1. Januar 2018 bekommen betroffene Kinder und Jugendliche Hilfe und Rat beim Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer“ - unter der kostenlosen Nummer 116 111.
Die Beratung ist anonym und wird von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr angeboten. An Samstagen findet auch eine „Peer-to-Peer“–Beratung durch speziell ausgebildete Beraterinnen und Berater im Alter von 16 bis 21 Jahren statt.
Die ebenfalls anonyme E-Mail-Beratung über www.nummergegenkummer.de ist rund um die Uhr erreichbar.

Auf der Internetseite www.pausentaste.de gibt es Erfahrungsberichte und Interviews mit jungen Pflegenden, Videos und Hinweise auf Beratungsangebote vor Ort. Auch Informationen zu Erkrankungen und Leseempfehlungen werden zur Verfügung gestellt, alles optimiert für mobile Endgeräte.

Hilfswelten e.V. verleiht Förderpreise an zwei Pflegeprojekte

Hilfswelten e.V. prämiert in diesem Jahr zwei Hamburger Projekte aus dem Bereich „Pflege“. Die Förderpreis-Empfänger sind 

  • die Organisation „wir pflegen – Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V.“ mit dem Projekt „JUMP“
  • der Verein „KinderLeben e.V.“ mit dem Projekt „Familienbetreuung“

Während sich der Verein „wir pflegen“ für pflegende Angehörige engagiert und sich mit der Arbeitsgruppe „JUMP“ dem Thema „Jugend in Pflegeverantwortung“ widmet, hat sich der zweite Preisträger „KinderLeben e.V.“ darauf spezialisiert, Familien mit schwerstkranken Kindern bundesweit zu unterstützen.

Hilfswelten e.V. bietet neben den Förderpreisen eine leistungsstarke Internetplattform für soziale Projekte aus dem Bereich Jugend- und Altenhilfe.

Die Ausschreibung für den nächsten Förderpreis läuft bereits. Bewerben können sich alle gemeinnützigen Organisationen mit Projekten für Jung und Alt. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.hilfswelten.de.

Otto-Heinemann-Preis und Marie-Simon-Pflegepreis 2017

Auf der 4. Berliner Pflegekonferenz wurden am 09. November 2017 der Otto-Heinemann-Preis und der Marie-Simon-Pflegepreis vergeben.

Otto-Heinemann-Preis

Der Otto Heinemann Preis richtet sich an Unternehmen, die sich für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege einsetzen. Er wird jährlich von spectrumK in Kooperation mit den Spitzenverbänden der Innungskrankenkassen und der Betriebskrankenkassen ausgelobt. Die Preisträger in diesem Jahr sind in den jeweiligen Kategorien die

  • Handwerkskammer Karlsruhe (Organisationen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern)
  • SHG Kliniken Völklingen (Organisationen mit bis zu 5.000 Mitarbeitern)
  • Einzelhandelsunternehmen Globus Organisationen ab 5.001 Mitarbeitern)

Die Jury befand bei ihrer Auswahl, dass die Preisträger dem Gedanken der Vereinbarkeit von Beruf Pflege vorbildlich und in herausragender Weise entsprechen. Sie demonstrieren damit auf beeindruckende Art, wie Unternehmen mit innovativen Methoden Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf unterstützen und gleichzeitig Fachkräfte binden können. Denn Angestellte, die Unterstützung in belastenden Lebensabschnitten durch ihre Arbeitgeber erfahren, sind zufriedene, effektive und treue Mitarbeiter.

Marie-Simon-Pflegepreis

Der Marie Simon Pflegepreis ehrt besonders innovative Pflegeprojekte und wird von spectrumK in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) vergeben. Der diesjährige Preisträger des Marie Simon Pflegepreises ist die

Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein

Das Motto „der Bauernhof als Ort für Menschen mit Demenz“ beschreibt sehr gut, worum es den Initiatoren geht: Der Bauernhof mit den vielen Eindrücken durch die Nähe zu Tieren und der Natur bietet Menschen mit Demenz einen Platz zum Erfahren von Selbstwirksamkeit und der Rückmeldung im Umgang mit Mensch und Tier. Außerdem wird durch die Bauernhöfe als Ort für Menschen mit Demenz eine Versorgungslücke auf dem Land geschlossen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter

Otto-Heinemann-Preis

Marie-Simon-Pflegepreis

Im Juni 2017 gab es in Deutschland über 3,1 Millionen pflegebedürftige Menschen

Im Juni 2017 waren in Deutschland über 3,1 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Im Dezember 2015 lag die Zahl noch bei knapp 2,9 Millionen. 

Annähernd drei Viertel (2,08 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden im Jahr 2015 zu Hause versorgt. Davon wurden 1,38 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 692 000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt.

Gut ein Viertel (783 000 Pflegebedürftige) wurde in Pflegeheimen vollstationär betreut. 

Demenzwochen

Unter dem Motto "Demenz. Vielfalt im Blick" fanden vom 18. bis 24.09.2017 deutschlandweit zum dritten Mal die Woche der Demenz statt.

Mit der Woche der Demenz will die "Allianz für Menschen mit Demenz" Verständnis und Unterstützung für Betroffene und pflegende Angehörige fördern.

Rund 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Jährlich erkranken 300.000 Menschen neu. Um das Bewusstsein der Mitmenschen vor Ort für die Bedürfnisse von Demenzkranken zu stärken, mehr Verständnis für Menschen mit Demenz zu erreichen sowie betroffene Familien zu unterstützen, hat die Bundesregierung 2012 die „Allianz für Menschen mit Demenz“ ins Leben gerufen.

Weitere Informationen zur Demenzwoche findet Sie unter www.bmfsfj.de

Höhere Rentenansprüche durch die Pflege von Angehörigen auch für Personen, die bereits Rente beziehen

Grundsätzlich zahlt die Pflegekasse seit dem 1.1.2017 für Personen, die nicht erwerbsmäßig häuslich pflegen, bei Bezug einer Vollrente nur bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dank des Flexirentengesetzes können Rentnerinnen und Rentner, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze neben dem Bezug einer Altersrente einen Angehörigen pflegen, durch die Pflege ihre Rente erhöhen.

Mit der Wahl einer Teilrente von 99 Prozent kann der Personenkreis erreichen, dass die Pflegekasse weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung zahlt. Der Verzicht auf ein Prozent der Rente kann sich lohnen, da die Beiträge der Pflegekasse jeweils zum 1.7. des Folgejahres im Rahmen der Rentenanpassung die Rente erhöhen. Nach Beendigung der Pflegetätigkeit kann die Rentnerin oder der Rentner wieder den Wechsel in die Vollrente beantragen.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Service-Telefon der Deutschen Rentenversicherung unter der Nummer 0800 1000 4800. 

Deutscher Pflegetag in Berlin

Der Deutsche Pflegetag in Berlin ist eine der zentralen jährlichen Veranstaltungen für die Pflege in Deutschland.
Vom 23. bis 25. März 2017 trafen sich wieder Vertreter aus Pflege, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum intensiven Dialog auf dem Pflegekongress. Das Ziel: Gemeinsam die Herausforderung der Pflege in der Zukunft anzugehen.
Der Deutsche Pflegetag richtet sich sowohl an professionell Pflegende als auch an Pflegeinteressierte.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite:
https://deutscher-pflegetag.de

Was ändert sich mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz zum 01.01.2017?

In der Begutachtung durch den MDK geht es nun nicht mehr darum, bei dem pflegebedürftigen Menschen einen Zeitaufwand für alltägliche Verrichtungen zu ermitteln, sondern darum, wie selbständig er bei der Bewältigung seines Alltags ist. In sechs Bereichen werden dazu die individuellen Beeinträchtigungen und Fähigkeiten der bzw. des Pflegebedürftigen erfasst.

Statt drei Pflegestufen gibt es fünf Pflegegrade. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff können die individuellen Beeinträchtigungen und Fähigkeiten der Pflegebedürftigen umfassender und genauer erfasst werden.
Die körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen werden dabei gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen. Davon profitieren besonders auch Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. 

Um die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und die damit verbundenen Leistungsverbesserungen zu finanzieren, steigt der Beitragssatz der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose.

Weitere Informationen erhalten Sie unter diesem Link.

Bundesprogramm "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz"

Bis zu 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Dabei leiden Menschen mit Demenz nicht nur unter ihrer Erkrankung, sondern auch unter sozialer Ausgrenzung. Ziel des Bundesprogramms "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Lokale Allianzen entwickeln Angebote für Betroffene und ihre Familien.

Seit September 2016 sind 128 neue Allianzen an den Start gegangen. Am 25. Januar 2017 hat Manuela Schwesig den 500. Förderbescheid des Bundesprogramms überreicht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz.

Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit und Pflegezeit für Beamtinnen und Beamte des Bundes sowie Soldatinnen und Soldaten

Im Oktober 2016 ist das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf für Beamtinnen und Beamte des Bundes sowie Soldatinnen und Soldaten in Kraft getreten. Damit wurde ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit und Pflegezeit für diese Personengruppe eingeführt.

Betroffene, die Familienpflegezeit oder Pflegezeit, in Anspruch nehmen, erhalten während der Freistellung einen Vorschuss zur besseren Bewältigung des Lebensunterhalts während der (teilweisen) Freistellung, die mit einer Gehaltsreduzierung verbunden ist.

Damit wird das für die Privatwirtschaft und für Tarifbeschäftigte seit dem 1. Januar 2015 geltende Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf im Wesentlichen wirkungsgleich im Bundesbeamten- und Soldatenbereich nachvollzogen.

Weitere Informationen finden Sie im Bundesgesetzblatt Teil I, Nr. 50, Seite 2362 bis 2369 vom 27.10.2016.

„Blitzbefragung“ bei Unternehmen

Im Zeitraum von Juni bis August 2016 wurde durch das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ eine „Blitzbefragung“ bei Unternehmen durchgeführt, an der sich 742 Unternehmen beteiligt haben. 

Die Befragung hat ergeben, dass 85,1% der Unternehmen den Stellenwert der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in ihrem Unternehmen als sehr wichtig oder wichtig beurteilen. Bei den Maßnahmen, die in den Unternehmen angeboten werden, um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu erleichtern, stellt sich die Reihenfolge wie folgt dar: flexible Arbeitszeiten (92,31%), Reduzierung der Arbeitszeit (86,65%), unbezahlte Freistellung (72,71%), Beratung durch Personalverantwortliche (59,94%), Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements (58,93%). Von 16,4% der Teilnahmenden wurde eine bezahlte Freistellung genannt.

Die Unternehmen haben mit Mehrheit (72,67%) angegeben, dass sie ihre Informationen aus Veröffentlichungen der Bundesministerien beziehen, gefolgt von Informationen der Fachpresse oder aus Fachpublikationen (62,16%).

Es stellte sich ferner heraus, dass 49,75% der Unternehmen die gesetzlichen Regelungen zur kurzzeitigen Arbeitsverhinderung und zu den Freistellungen nach dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz  kennen und nutzen. 39,76% gaben an, sie zu kennen, aber nicht zu nutzen. Nur 10,49% gaben an, sie nicht zu kennen.

Weitere Ergebnisse der „Blitzbefragung“ sind in Kürze auf der Internetseite http://www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerk zu finden.

Befragung zur Inanspruchnahme der Freistellungen nach dem Pflege- und Familienpflegezeitgesetz

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Von März bis August 2016 wurde eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 50.000 Personen durch TNS Emnid im Rahmen einer Mehrthemenbefragung durchgeführt, um diejenigen Personen zu ermitteln, die im Zeitpunkt der Befragung selbst pflegen oder seit Inkrafttreten der neuen Regelungen am 01.01.2015 gepflegt und eine Freistellung in Anspruch genommen haben.
Nachdem die Befragung und die Auswertung abgeschlossen sind, kann die Feststellung getroffen werden, dass davon auszugehen ist, dass als untere Grenze  insgesamt 68.288 Personen seit dem Jahr 2015 eine Pflegezeit, Familienpflegezeit oder eine Freistellung für die auch außerhäusliche Betreuung von minderjährigen pflegebedürftigen nahen Angehörigen oder für die Begleitung in der letzten Lebensphase in Anspruch genommen haben.

Mehr Verbraucherschutz in der Pflege durch das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz und eine neue Schlichtungsstelle

Der Bund hat die zivilrechtlichen Vorschriften des Heimgesetzes durch das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) weiterentwickelt. Das WBVG ist ein Verbraucherschutzgesetz und findet auf Verträge Anwendung, bei denen die Überlassung von Wohnraum mit der Erbringung von Pflege- oder Betreuungsleistungen verbunden wird.
Weitere Informationen gibt es unter dem Link http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=129296.html.

Am 1. April 2016 hat die sogenannte Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle des Zentrums für Schlichtung e.V. ihre Arbeit aufgenommen. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich im Falle von Streitigkeiten aus Verträgen, die dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz unterliegen, an diese Verbraucherschlichtungsstelle wenden.
Weitere Informationen finden Sie unter dem Link http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=224984.html.