Hilfswelten e.V. verleiht Förderpreise an zwei Pflegeprojekte

Hilfswelten e.V. prämiert in diesem Jahr zwei Hamburger Projekte aus dem Bereich „Pflege“. Die Förderpreis-Empfänger sind 

  • die Organisation „wir pflegen – Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V.“ mit dem Projekt „JUMP“
  • der Verein „KinderLeben e.V.“ mit dem Projekt „Familienbetreuung“

Während sich der Verein „wir pflegen“ für pflegende Angehörige engagiert und sich mit der Arbeitsgruppe „JUMP“ dem Thema „Jugend in Pflegeverantwortung“ widmet, hat sich der zweite Preisträger „KinderLeben e.V.“ darauf spezialisiert, Familien mit schwerstkranken Kindern bundesweit zu unterstützen.

Hilfswelten e.V. bietet neben den Förderpreisen eine leistungsstarke Internetplattform für soziale Projekte aus dem Bereich Jugend- und Altenhilfe.

Die Ausschreibung für den nächsten Förderpreis läuft bereits. Bewerben können sich alle gemeinnützigen Organisationen mit Projekten für Jung und Alt. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.hilfswelten.de.

Deutscher Pflegetag in Berlin

Der Deutsche Pflegetag in Berlin ist eine der zentralen jährlichen Veranstaltungen für die Pflege in Deutschland.
Vom 23. bis 25. März 2017 trafen sich wieder Vertreter aus Pflege, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum intensiven Dialog auf dem Pflegekongress. Das Ziel: Gemeinsam die Herausforderung der Pflege in der Zukunft anzugehen.
Der Deutsche Pflegetag richtet sich sowohl an professionell Pflegende als auch an Pflegeinteressierte.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite:
https://deutscher-pflegetag.de

Was ändert sich mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz zum 01.01.2017?

In der Begutachtung durch den MDK geht es nun nicht mehr darum, bei dem pflegebedürftigen Menschen einen Zeitaufwand für alltägliche Verrichtungen zu ermitteln, sondern darum, wie selbständig er bei der Bewältigung seines Alltags ist. In sechs Bereichen werden dazu die individuellen Beeinträchtigungen und Fähigkeiten der bzw. des Pflegebedürftigen erfasst.

Statt drei Pflegestufen gibt es fünf Pflegegrade. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff können die individuellen Beeinträchtigungen und Fähigkeiten der Pflegebedürftigen umfassender und genauer erfasst werden.
Die körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen werden dabei gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen. Davon profitieren besonders auch Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. 

Um die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und die damit verbundenen Leistungsverbesserungen zu finanzieren, steigt der Beitragssatz der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose.

Weitere Informationen erhalten Sie unter diesem Link.

Bundesprogramm "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz"

Bis zu 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Dabei leiden Menschen mit Demenz nicht nur unter ihrer Erkrankung, sondern auch unter sozialer Ausgrenzung. Ziel des Bundesprogramms "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Lokale Allianzen entwickeln Angebote für Betroffene und ihre Familien.

Seit September 2016 sind 128 neue Allianzen an den Start gegangen. Am 25. Januar 2017 hat Manuela Schwesig den 500. Förderbescheid des Bundesprogramms überreicht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz.

Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit und Pflegezeit für Beamtinnen und Beamte des Bundes sowie Soldatinnen und Soldaten

Im Oktober 2016 ist das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf für Beamtinnen und Beamte des Bundes sowie Soldatinnen und Soldaten in Kraft getreten. Damit wurde ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit und Pflegezeit für diese Personengruppe eingeführt.

Betroffene, die Familienpflegezeit oder Pflegezeit, in Anspruch nehmen, erhalten während der Freistellung einen Vorschuss zur besseren Bewältigung des Lebensunterhalts während der (teilweisen) Freistellung, die mit einer Gehaltsreduzierung verbunden ist.

Damit wird das für die Privatwirtschaft und für Tarifbeschäftigte seit dem 1. Januar 2015 geltende Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf im Wesentlichen wirkungsgleich im Bundesbeamten- und Soldatenbereich nachvollzogen.

Weitere Informationen finden Sie im Bundesgesetzblatt Teil I, Nr. 50, Seite 2362 bis 2369 vom 27.10.2016.

„Blitzbefragung“ bei Unternehmen

Im Zeitraum von Juni bis August 2016 wurde durch das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ eine „Blitzbefragung“ bei Unternehmen durchgeführt, an der sich 742 Unternehmen beteiligt haben. 

Die Befragung hat ergeben, dass 85,1% der Unternehmen den Stellenwert der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in ihrem Unternehmen als sehr wichtig oder wichtig beurteilen. Bei den Maßnahmen, die in den Unternehmen angeboten werden, um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu erleichtern, stellt sich die Reihenfolge wie folgt dar: flexible Arbeitszeiten (92,31%), Reduzierung der Arbeitszeit (86,65%), unbezahlte Freistellung (72,71%), Beratung durch Personalverantwortliche (59,94%), Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements (58,93%). Von 16,4% der Teilnahmenden wurde eine bezahlte Freistellung genannt.

Die Unternehmen haben mit Mehrheit (72,67%) angegeben, dass sie ihre Informationen aus Veröffentlichungen der Bundesministerien beziehen, gefolgt von Informationen der Fachpresse oder aus Fachpublikationen (62,16%).

Es stellte sich ferner heraus, dass 49,75% der Unternehmen die gesetzlichen Regelungen zur kurzzeitigen Arbeitsverhinderung und zu den Freistellungen nach dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz  kennen und nutzen. 39,76% gaben an, sie zu kennen, aber nicht zu nutzen. Nur 10,49% gaben an, sie nicht zu kennen.

Weitere Ergebnisse der „Blitzbefragung“ sind in Kürze auf der Internetseite http://www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerk zu finden.

Befragung zur Inanspruchnahme der Freistellungen nach dem Pflege- und Familienpflegezeitgesetz

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Von März bis August 2016 wurde eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 50.000 Personen durch TNS Emnid im Rahmen einer Mehrthemenbefragung durchgeführt, um diejenigen Personen zu ermitteln, die im Zeitpunkt der Befragung selbst pflegen oder seit Inkrafttreten der neuen Regelungen am 01.01.2015 gepflegt und eine Freistellung in Anspruch genommen haben.
Nachdem die Befragung und die Auswertung abgeschlossen sind, kann die Feststellung getroffen werden, dass davon auszugehen ist, dass als untere Grenze  insgesamt 68.288 Personen seit dem Jahr 2015 eine Pflegezeit, Familienpflegezeit oder eine Freistellung für die auch außerhäusliche Betreuung von minderjährigen pflegebedürftigen nahen Angehörigen oder für die Begleitung in der letzten Lebensphase in Anspruch genommen haben.

Mehr Verbraucherschutz in der Pflege durch das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz und eine neue Schlichtungsstelle

Der Bund hat die zivilrechtlichen Vorschriften des Heimgesetzes durch das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) weiterentwickelt. Das WBVG ist ein Verbraucherschutzgesetz und findet auf Verträge Anwendung, bei denen die Überlassung von Wohnraum mit der Erbringung von Pflege- oder Betreuungsleistungen verbunden wird.
Weitere Informationen gibt es unter dem Link http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=129296.html.

Am 1. April 2016 hat die sogenannte Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle des Zentrums für Schlichtung e.V. ihre Arbeit aufgenommen. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich im Falle von Streitigkeiten aus Verträgen, die dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz unterliegen, an diese Verbraucherschlichtungsstelle wenden.
Weitere Informationen finden Sie unter dem Link http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=224984.html.