Corona-Pandemie: Informationen für pflegende Angehörige

Etwa vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt - überwiegend von Angehörigen. Die Corona-Krise belastet diese Familien weiterhin schwer. Obwohl die Zahl der Pflegebedürftigen und der pflegenden Angehörigen, die geimpft sind, stetig steigt, bleibt ihr Schutzbedarf hoch. Pflegende Angehörige müssen flexibel auf neue Pflegesituationen reagieren können. Deshalb war es wichtig, die gegenwärtigen Regelungen der Akuthilfen für eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf bis zum 31. März 2022 zu verlängern. Die Verkündigung im Bundesgesetzblatt erfolgte am 23. November 2021.
 

Flexiblere Inanspruchnahme von Pflegezeit und Familienpflegezeit

Durch die Möglichkeit, Pflegezeit und Familienpflegezeit flexibler zu gestalten, können pflegende Angehörige, die berufstätig sind, leichter eine Freistellung in Anspruch nehmen - sei es vollständig oder verbunden mit einer Teilzeitbeschäftigung. Geregelt ist auch, dass nach dem Auslaufen der Sonderregelungen verbliebene Restzeiten bis zu 24 Monate lang nicht verfallen. Da pflegende Angehörige das Pflegesystem in der Pandemie entlasten, benötigen sie Planungssicherheit auch für die Zeit danach.


Die einzelnen Maßnahmen:

  • Die Möglichkeit, kurzzeitig eine Arbeitsverhinderung von bis zu 20 Arbeitstagen pro Akutfall in Anspruch zu nehmen, wurde bis zum 31. März 2022 verlängert.
  • Die Regelung zum vereinfachten Zugang zum Pflegeunterstützungsgeld wurde ebenfalls verlängert. Es wird bis zum 31. März 2022 auch gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist, den die Angehörigen im Zuge der COVID-19-Pandemie nur selbst auffangen können. Bis zum 31. März 2022 erhalten Beschäftigte darüberhinaus auch die Möglichkeit, das Pflegeunterstützungsgeld insgesamt für bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch zu nehmen.
  • Die Flexibilisierungen im Pflegezeitgesetz und im Familienpflegezeitgesetz, etwa eine kürzere Frist für die Ankündigung der Familienpflegezeit oder die Möglichkeit, diese per E-Mail anzukündigen, gelten bis zum 31. März 2022. Bis zu diesem Zeitpunkt können auf Antrag auch bei der Ermittlung einer Darlehenshöhe nach dem Familienpflegezeitgesetz Monate unberücksichtigt bleiben, in denen das Einkommen aufgrund der Pandemie geringer war.
  • Beschäftigte, die aufgrund der Sonderregelungen zur COVID-19-Pandemie Freistellungen in Anspruch genommen haben oder nehmen, können verbleibende Monate ihrer Freistellungsansprüche nach dem Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz auch nach dem Auslaufen dieser neuen Regelungen bis zur Höchstdauer beziehungsweise Gesamtdauer in Anspruch nehmen.

Grundlegende Informationen für Beamtinnen und Beamte in der Corona-Pandemie

Alle Beamtinnen und Beamten sind zunächst aufgefordert, die vielfältigen Informationen ihrer Dienstherren tagesaktuell zu beachten und sich über allgemein zugängliche oder spezielle Informationsquellen zu unterrichten. Viele Dienstbehörden haben in der Zwischenzeit Dienstanweisungen zu speziellen Fragestellungen erlassen, wie sich Beamtinnen und Beamte verhalten sollen.

Der dbb Tarifunion und Beamtenbund hat hierfür zahlreiche Informationen zusammengetragen und Antworten auf die häufigsten Fragen formuliert. Die Übersicht finden Sie hier.

Die Informationen werden dort fortlaufend aktualisiert.

Besuchseinschränkungen in Alten- und Pflegeheimen wegen Corona

Die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA) hat auf ihrer Internetseite die unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer zu den Besuchseinschränkungen in Alten- und Pflegeheimen zusammengestellt

Besuchskonzepte in stationären Einrichtungen

In Zusammenarbeit mit dem Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege ist die Broschüre "Besuche sicher ermöglichen, Besuchskonzepte in stationären Einrichtungen der Langzeitpflege während der Corona-Pandemie". erstellt worden.

Diese Handreichung soll eine Grundlage dafür bieten, Besuche in stationären Pflegeeinrichtungen unter dem Aspekt des Infektionsschutzes angemessen sicher und gleichzeitig unter möglichst geringen Einschränkungen für Bewohnerinnen und Bewohner und Besucherinnen und Besucher zu gestalten.
Sie wird Einrichtungen dabei unterstützen, sich auf die aus Expertensicht sinnvollen Regelungen zu konzentrieren und gegebenenfalls auch unnötige Belastungen für alle Beteiligten abzubauen.

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung erklärt: Umgang mit pflegebedürftigen Angehörigen

Die meisten Pflegebedürftigen werden zuhause betreut, viele Angehörige pflegen jeden Tag ihre Familienmitglieder. Die Ausbreitung des Coronavirus stellt sie vor besondere Herausforderungen. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, wendet sich in diesem Video an pflegende Angehörige und beantwortet wichtige Fragen rund um die Thematik.

Das Video finden Sie hier.

Serviceangebote

Beratungsangebote

Bundearbeitsgemeinschaft für Krisentelefone

Die Bundearbeitsgemeinschaft für Krisentelefone hat eine Liste über Beratungs- und Beschwerdestellen aufgegliedert nach Bundesländern erstellt. Die Liste finden Sie hier

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" berät unter der Rufnummer 08000 116 016 und online auf www.hilfetelefon.de zu allen Formen von Gewalt - rund um die Uhr und kostenfrei. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 17 Fremdsprachen.

Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Auch Bekannte, Angehörige und Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" wenden.             

Telefonangebot gegen Einsamkeit

Der Verein Silbernetz betreibt ein Hilfs- und Kontaktangebot gegen Einsamkeit für ältere Menschen in Berlin. 

Da aufgrund des Coronavirus weniger Kontaktmöglichkeiten bestehen, ist die Nummer aktuell bundesweit erreichbar. Sie können die kostenfreie Rufnummer 0800 4 70 80 90 des Silbertelefons täglich von 08:00 bis 22:00 Uhr anrufen.

Psychologische Online-Beratung für pflegende Angehörige

Angehörige, die sich im häuslichen Umfeld um einen Pflegebedürftigen kümmern und die gesetzlich versichert sind, erhalten über diese Online-Beratung persönliche Unterstützung sowie individuelle Hilfe und Entlastung durch Psychologinnen. Die Beratung  und Begleitung pflegender Angehöriger erfolgt anonym, kostenfrei und datensicher. Die Anmeldung erfolgt über dieses Portal

Auch eine persönliche Video-Chat-Beratung ist möglich. Ihr Computer benötigt dafür einen aktuellen Internet-Browser sowie ein Mikrofon und eine Kamera.

Digitale Selbsthilfe mit der App in.kontakt

Über die Selbsthilfe-App in.kontakt können sich pflegende Angehörige vernetzen, austauschen, sprechen und sehen – kostenlos und datengeschützt!". Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Beratung für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz

Am Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erhalten Angehörige von Menschen mit Demenz individuelle psychosoziale Beratung. Die Beratung erfolgt auf Wunsch anonym.
Das Alzheimer-Telefon erreichen Sie unter der Nummer 030-259 37 95-14 Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 18:00 Uhr und am Freitag von 9:00 bis 15:00 Uhr. Weitere Informationen erhalten Sie auf dieser Internetseite.

Tipps gegen Bewegungsmangel

Regelmäßige Bewegung trägt dazu bei, möglichst selbstständig zu bleiben und gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Allerdings bewegen sich pflegebedürftige Menschen in der Regel eher wenig. Ihnen fehlen zum Beispiel Kraft, Unterstützung oder auch Motivation. Oder sie vermeiden Bewegung aus Angst zu stürzen.
Gezielte, individuell passende Maßnahmen tragen dazu bei, Bewegungsmangel vorzubeugen und die Mobilität pflegebedürftiger Menschen zu fördern.

Tipps , wie die Beweglichkeit bei pflegebedürftigen Menschen gefördert werden kann, finden Sie hier.

Nachbarschaftshilfen

Auf den folgenden Internetseiten finden Sie Unterstützungsmöglichketen in Ihrer Nähe und können sich eintragen, wenn Sie Hilfe anbieten möchten.

nebenan.de

wirgegencorona.com

Quarantaenehelden.org

hilf-jetzt.de

Informationen von der AOK (auch in türkischer Sprache)

Die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse hat das Projekt PfiFf – Pflege in Familien entwickelt, um Menschen, die zu Hause pflegen, stärker zu unterstützten. Im Rahmen dieses Projektes hat die AOK spezielle Informationen zum Thema Corona, auch in türkischer Sprache, erstellt. Diese finden Sie hier.

Die Corona-Pandemie und ältere Menschen

Die Corona-Pandemie stellt insbesondere für ältere Menschen eine Herausforderung dar. Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) hat hierzu Informationen eingestellt. 

Tipps für pflegende Angehörige zum Schutz vor dem Corona-Virus

Die Stiftung ZQP (Zentrum für Qualität in der Pflege) stellt auf ihrer Internetseite Tipps für pflegende Angehörige zum Schutz vor dem Corona-Virus zu Verfügung.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Bundesregierung und unter dem Reiter "Aktuelles" auf dieser Internetseite.