Otto Heinemann Preis: Familien- und pflegefreundliche Arbeitgeber gesucht!

Zunehmend mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betreuen einen pflegebedürftigen Angehörigen. Pflegende Angehörige leisten den Großteil der Pflege und Betreuung in der häuslichen Pflege. Die meisten von ihnen sind berufstätig und müssen die oftmals zeit- und kraftintensiven Pflegeaufgaben mit ihrer Berufstätigkeit vereinbaren.

Arbeitgeber können durch die Gestaltung der Arbeitsbedingungen entscheidend zur Entlastung beitragen. Der von spectrumK, dem BKK Dachverband und dem IKK e.V. vergebene Otto Heinemann Preis zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zeichnet Unternehmen und Institutionen aus, die mit klugen Konzepten und vorbildlichen Lösungen ihre Angestellten entlasten. Ihr Engagement für ihre Beschäftigten erhält im Rahmen des Wettbewerbs Sichtbarkeit und trägt zur Fachkräftesicherung bei. Sie profitieren durch den Erfahrungsaustausch sowie Zugang zu Pflege-Know-how und pflegespezifischen Netzwerken. Der Wettbewerb findet unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck statt.

Bewerbungen sind vom 1. Juni 2022 bis zum 30. Dezember 2022 möglich. Während der Bewerbungsphase finden regelmäßig digitale Bewerbersprechstunden für alle Interessentinnen und Interessenten des Otto Heinemann Preises statt. Am 17. November gibt es beispielsweise die Möglichkeit, sich bei einem digitalen Coffeetalk untereinander auszutauschen und Informationen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf bzw. zum Otto Heinemann Preis zu erhalten.

Mit einem Podcast werden außerdem Tipps rund um die Wettbewerbsteilnahme zur Verfügung gestellt. Die Verleihung des Otto Heinemann Preises findet im Rahmen der 9. Berliner Pflegekonferenz am 9. November 2023 statt.

Das Online-Bewerbungsformular sowie alle weiteren Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

 

 

Online-Umfrage: Projekte und Initiativen gegen Einsamkeit

Einsamkeit ist ein relevantes Themenfeld für Politik und Gesellschaft. Das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) arbeitet an einer systematischen Erfassung von Projekten und Initiativen, die mit ihren Angeboten Menschen bei der Bewältigung ihrer Einsamkeit unterstützen oder vorbeugen wollen. Ziel der Systematisierung ist es, ein Verständnis der verschiedenen Ansätze zur Vorbeugung und Bewältigung von Einsamkeit sowie deren Zusammenwirken in der Gemeinschaft zu entwickeln. Das KNE hat dazu einen kurzen Online-Fragebogen entwickelt und ruft alle Projekte und Initiativen auf, an der Befragung teilzunehmen.

Der Online-Fragebogen richtet sich an Personen, welche in Projekten und Initiativen zum Thema Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit engagiert sind.

Weitere Informationen und den Fragebogen finden Sie hier.

 

Akuthilfen für pflegende Angehörige wurden nochmals verlängert

Etwa vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt - überwiegend von Angehörigen. Die Corona-Krise belastet diese Familien weiterhin schwer. Obwohl die Zahl der Pflegebedürftigen und der pflegenden Angehörigen, die geimpft sind, stetig steigt, bleibt ihr Schutzbedarf hoch. Pflegende Angehörige müssen flexibel auf neue Pflegesituationen reagieren können. Deshalb war es wichtig, die gegenwärtigen Regelungen der Akuthilfen für eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf bis zum 30. April 2023 zu verlängern. Die Verkündung im Bundesgesetzblatt erfolgte am 16. September 2022.


Flexiblere Inanspruchnahme von Pflegezeit und Familienpflegezeit


Durch die Möglichkeit, Pflegezeit und Familienpflegezeit flexibler zu gestalten, können pflegende Angehörige, die berufstätig sind, leichter eine Freistellung in Anspruch nehmen - sei es vollständig oder verbunden mit einer Teilzeitbeschäftigung.

Die einzelnen Maßnahmen:

  • Die Möglichkeit, kurzzeitig eine Arbeitsverhinderung von bis zu 20 Arbeitstagen pro Akutfall in Anspruch zu nehmen, wurde bis zum 30. April 2023 verlängert.
  • Die Regelung zum vereinfachten Zugang zum Pflegeunterstützungsgeld wurde ebenfalls verlängert. Es wird bis zum 30. April 2023 auch gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist, den die Angehörigen im Zuge der COVID-19-Pandemie nur selbst auffangen können. Bis zum 30. April 2023 erhalten Beschäftigte darüber hinaus auch die Möglichkeit, das Pflegeunterstützungsgeld insgesamt für bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch zu nehmen. Bereits genutzte Tage mit Pflegeunterstützungsgeld werden angerechnet.
  • Die Flexibilisierungen im Pflegezeitgesetz und im Familienpflegezeitgesetz, etwa eine kürzere Frist für die Ankündigung der Familienpflegezeit oder die Möglichkeit, diese per E-Mail anzukündigen, gelten bis zum 30. April 2023. Bis zu diesem Zeitpunkt können auf Antrag auch bei der Ermittlung einer Darlehenshöhe nach dem Familienpflegezeitgesetz Monate unberücksichtigt bleiben, in denen das Einkommen aufgrund der Pandemie geringer war.
  • Beschäftigte, die aufgrund der Sonderregelungen zur COVID-19-Pandemie Freistellungen in Anspruch genommen haben oder nehmen, können verbleibende Monate ihrer Freistellungsansprüche nach dem Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz auch nach dem Auslaufen dieser neuen Regelungen bis zur Höchstdauer beziehungsweise Gesamtdauer in Anspruch nehmen. Die Inanspruchnahme ist auf den Zeitraum von 24 Monaten nach Beginn der ersten Freistellung begrenzt.

 

 

Podcast und Arbeitgeberwettbewerb zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Qualifizierte Beschäftigte zu finden und zu binden, wird durch den Mangel an Fachkräften zu einer der größten Herausforderungen für Unternehmen und Institutionen in Deutschland. Sich von anderen Arbeitgebenden abzuheben, wird immer wichtiger. Bewerberinnen und Bewerber schauen bei der Stellenwahl verstärkt auf weiche Faktoren, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die Unterstützung bei persönlichen Herausforderungen.

Immer häufiger gehört dazu die Pflege eines oder einer Angehörigen. Wie Arbeitgebende, die in dieser Situation mit gezielten Unterstützungsangeboten entlasten, zur Mitarbeiterbindung beitragen können, darüber spricht Veronika Leichtle von der St. Elisabeth-Stiftung in ‚ausgezeichnet netzwerken – der Podcast für Ideenaustausch in der Pflege‘. Als Preisträgerin des Otto Heinemann Preises berichtet sie über die Erfahrungen mit der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege und darüber, welche Wirkung die Wettbewerbsteilnahme für das Unternehmen hatte. Im Gespräch mit Jürgen Hohnl, Geschäftsführer des IKK e.V., werden in einer weiteren Folge des Podcasts die besonderen Potenziale kleiner und handwerklicher Arbeitgebender thematisiert. Denn gerade in familiären Strukturen können die Bedarfe der Beschäftigten gut in den Fokus gerückt werden.

Mit dem Otto Heinemann Preis zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege erhalten Arbeitgebende eine Plattform, um ihr Engagement sichtbar zu machen. Der Wettbewerb wird von spectrumK in Kooperation mit dem BKK Dachverband und dem IKK e.V. unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck durchgeführt. Bewerbungen sind noch bis zum 30. November 2022 möglich.

Den Podcast und alle Informationen zum Wettbewerb erhalten Sie unter www.otto-heinemann-preis.de und in der digitalen Bewerbersprechstunde!

 

 

Empfehlungen zur Familienpflegezeit und zum Familienpflegegeld übergeben

Am 26. August hat der unabhängige Beirat für die Vereinbarkeit Pflege und Beruf einen Teilbericht mit Empfehlungen zur Familienpflegezeit und zum Familienpflegegeld an Bundesfamilienministerin Lisa Paus übergeben. Er enthält konkrete Vorschläge, wie pflegende Angehörige durch eine Weiterentwicklung der Familienpflegezeit und die Einführung einer Entgeltersatzleistung besser unterstützt und entlastet werden können. Zentrale Empfehlung ist, eine Lohnersatzleistung einzuführen. Mit dem Teilbericht reagiert der Beirat auf die Pläne der Bundesregierung, das Pflegezeit- und das Familienpflegezeitgesetz weiterzuentwickeln.


Bundesfamilienministerin Lisa Paus betonte anlässlich der Übergabe: "Pflegende Angehörige leisten enorm viel. Sie machen es möglich, dass viele Menschen ihren Wunsch nach einem Alt-Werden im vertrauter Umgebung verwirklichen können. Sie übernehmen damit auch eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Für den generationsübergreifenden Zusammenhalt, das soziale Miteinander und das Altern in Würde sind sie unerlässlich. Sie müssen besser unterstützt werden und finanziell abgesichert sein, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren, um Angehörige zu pflegen. Deshalb setze ich mich für eine Lohnersatzleistung ein."


Staatliche Lohnersatzleistungen für Pflegende
Über vier Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig und die Zahl wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Vier von fünf Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt - überwiegend von Angehörigen. Damit sie Beruf und Pflege besser miteinander vereinbaren können, plant die Bundesregierung, sie mit einer staatlichen Entgeltersatzleistung finanziell besser zu unterstützen, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren.
60 Prozent der Pflegenden sind Frauen. Dem unabhängigen Beirat ist deshalb das Thema Geschlechtergerechtigkeit wichtig. Er möchte ein Modell entwickeln, das sowohl Frauen als auch Männern eine gute Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglicht. Der Beirat betont die Bedeutung, die Pflegeverantwortung auf mehrere Geschlechter zu verteilen und ermuntert Pflegende, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Der Teilbericht wird nun vom Bundesseniorenministerium geprüft. 2023 wird der vollständige Bericht vorliegen. Den Teilbericht finden Sie hier.

 

 

Testung von digitalen Angeboten zur Unterstützung der Organisation des Pflegealltags

Die Zukunftsregion Digitale Gesundheit (ZDG) ist eine bis Ende 2022 angelegte Initiative des Bundesgesundheitsministeriums. Sie verfolgt das Ziel, digitale Lösungen in der Testregion Berlin-Brandenburg in eine stärkere Praxisanwendung zu bringen und Erkenntnisse über deren Einsatz im deutschen Gesundheitswesen zu gewinnen.
Dazu werden in Modellvorhaben digitale Lösungen und Prozesse für unterschiedlichste Einsatzgebiete erprobt. Ergänzt werden die Modellvorhaben durch die Testung digitaler Versorgungsangebote (DiVAs). Dabei handelt es sich um Apps oder Webanwendungen. Die DiVAs können helfen den Pflegealltag digital zu organisieren, Aufgaben und wichtige Informationen zu teilen und auch diejenigen auf dem Laufenden halten, die nicht vor Ort sein können.
Mit Ihrer Teilnahme an der Testung und Ihrem Feedback zu Ihren Erfahrungen bei der Nutzung leisten Sie einen wertvollen Beitrag in diesem Forschungsprojekt. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

Neues Portal zur Gleichstellung am Arbeitsmarkt ist gestartet

Am 5. Januar hat das Bundesgleichstellungsministerium das neue Portal "Perspektiven schaffen" gestartet. Es informiert darüber, wie Frauen und Männer die Erwerbs- und Sorgearbeit so gestalten können, dass sie gleichberechtigt ihre Vorstellungen vom Leben und Arbeiten umsetzen können.
Das Portal bietet viele Informationen rund um das Thema Erwerbstätigkeit. Dazu gehören der berufliche Wiedereinstieg, Vollzeit- oder Teilzeittätigkeit oder New Work. Außerdem werden Perspektiven für die berufliche Weiterentwicklung aufgezeigt und Fragen zur Existenzgründung oder Weiterbildung beantwortet. Angeboten werden auch Informationen zur gleichberechtigten Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit im Alltag, zum Beispiel durch die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen.
Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Kein Pflegegeld bei länger als 28 Tage dauernder stationärer Behandlung

Das Sozialgericht Osnabrück hat in einem Urteil vom 07.09.2021 (Az. S 14 P 16/19) entschieden, dass für die Dauer einer länger als 28 Tage dauernden stationären Behandlung eines behinderten Kindes kein Pflegegeld zu gewähren ist. Dies gelte selbst dann, wenn eine Präsenz der pflegenden Eltern im Krankenhaus notwendig erscheine. Eine Zusammenfassung des Urteils finden Sie hier.

 

8. Berliner Pflegekonferenz

Im Fokus der 8. Berliner Pflegekonferenz vom 8. – 11. November 2021 stehen die Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft mit Blick auf die Pflege steht. Die Entwicklungen in diesem Bereich sind ein Seismograf für das Gesundheitswesen insgesamt. Die pflegerische Versorgung zukunftssicher aufzustellen, bedeutet auch, sektorenübergreifend alle Potenziale zu nutzen und die gesundheitliche Versorgung Pflegebedürftiger effizienter zu gestalten. Von ebenso großer Bedeutung ist es, Menschen, die ein erhöhtes Risiko für eine Pflegebedürftigkeit haben, gezielt mit Angeboten zur Gesundheitsförderung zu unterstützen.
 
Die Schwerpunkte der 8. Berliner Pflegekonferenz liegen daher auf der Weiterentwicklung der Pflege mit den Chancen der Digitalisierung sowie auf der Nutzung der Potenziale von Gesundheitsförderung und Prävention.
 
Die Themen im Überblick:

  • Pflege – Europäische und digitale Perspektiven
  • Digitale Potenziale nutzen und Datenströme vernetzen – gelingt so eine effektive Versorgung chronisch kranker bzw. pflegebedürftiger Menschen?
  • Betriebliche Gesundheitsförderung in der Pflege: Wie kann das GKV-System Pflegekräfte unterstützen?
  • Pflegende Angehörige im Fokus: Bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Angeboten zu Beratung und Gesundheitsförderung.

Zugunsten des Infektionsschutzes findet die Berliner Pflegekonferenz online statt. Verfolgen Sie die abwechslungsreichen Formate im Livestream oder tauschen Sie sich interaktiv aus – immer mittags um 12 Uhr mit unseren Coffeetalks zu unterschiedlichen Fragestellungen. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei, eine Registrierung ist für den Live-Stream und alle interaktiven Formate notwendig. Alle Programmhighlights, weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.berliner-pflegekonferenz.de.

 

Angehörigenampel zur Selbsteinschätzung körperlicher und seelischer Belastung

Wer Menschen mit Gedächtnisproblemen pflegt, hat oftmals vielfältige Herausforderungen im Alltag zu bewältigen. Mit Hilfe der Angehörigenampel des Demenz-Forschungsprojekts digiDEM Bayern können pflegende Angehörige ihre körperliche und seelische Belastung in einem einfachen Selbsttest prüfen. Zehn Fragen helfen dabei, die eigene Belastung zu erkennen und abzuschätzen, welche gesundheitlichen Folgen damit verbunden sein können. Je nach persönlichem Ergebnis gibt die Angehörigenampel Empfehlungen, wie pflegende Angehörige ihre Situation verbessern können (Quelle: https://digidem-bayern.de/angehoerigenampel/).

Die Angehörigenampel sowie weitere Informationen finden Sie unter https://digidem-bayern.de/angehoerigenampel/.

 

Bericht zur digitalen Fachtagung des unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf am 22. September 2021

Am 22. September 2021 veranstaltete der unabhängige Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine Online-Fachtagung zum Thema „Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf – Lehren aus der Zeit der Corona-Pandemie“.
In einer Vortragsrunde referierten Prof. Dr. Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück, Dr. Ulrike Ehrlich vom Deutschen Zentrum für Altersfragen und Dr. Johannes Geyer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e. V. und beleuchteten dabei insbesondere die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.
Im Anschluss diskutierten Prof. Dr. Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück, Frau Christiane Viere vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Birgit Naase vom Bundesministerium für Gesundheit, Kerstin Plack von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Anja Weusthoff vom Deutschen Gewerkschaftsbund Bundesvorstand, Antje Asmus vom Deutschen Frauenrat, Lobby der Frauen in Deutschland e. V., Sophie Niethammer, Freie Redakteurin und pflegende Mutter, und Jana Nemsow, Angestellte im öffentlichen Dienst und pflegende Ehefrau, insbesondere über die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.
Die Mitglieder des Beirats bedanken sich bei allen Expertinnen und Experten für die interessanten Vorträge und Beiträge in der Diskussionsrunde sowie allen Zuschauerinnen und Zuschauern für Ihre zahlreichen Fragen und Anregungen. Der Beirat hat viele Erkenntnisse aus der Veranstaltung gewinnen können und wird diese in seinen zweiten Bericht einfließen lassen, der dem BMFSFJ im Juni 2023 übergeben wird.  
Die Präsentationen von Herrn Prof. Dr. Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück, Frau Dr. Ulrike Ehrlich vom Deutsches Zentrum für Altersfragen und Herrn Dr. Johannes Geyer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung finden Sie hier.

 

„Corona-Auszeit für Familien – Familienferienzeiten erleichtern“ – Buchungen für berechtigte Familien sind ab sofort möglich

Das Bundesfamilienministerium hat im Frühjahr 2021 im Rahmen des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ die Maßnahme „Corona-Auszeit für Familien“ aufgelegt, damit sich Kinder und Jugendliche und deren Eltern von den Strapazen der letzten Monate erholen können.

Die „Corona-Auszeit“ richtet sich an Familien mit kleineren Einkommen und Familien mit Angehörigen mit einer Behinderung. Diese können 2021 und 2022 bis zu eine Woche Urlaub machen und müssen dafür nur etwa 10 % der Übernachtungs- und Verpflegungskosten zahlen. Möglich ist der vergünstigte Familienurlaub in gemeinnützigen Familienferienstätten und weiteren geeigneten Einrichtungen in ganz Deutschland. Einige dieser Häuser sind auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer Behinderung gut eingestellt und haben zum Beispiel auch die Möglichkeit zum „Urlaub mit Pflegebett“. Eine Übersicht der Einrichtungen und weitere Informationen sind auf der Website www.bmfsfj/corona-auszeit zu finden.

Für Familien wurde eine kostenlose Beratungshotline eingerichtet. Diese steht an sechs Tagen in der Woche unter der Nummer 0800 866 11 59 zur Verfügung. Fragen können auch gern per E-Mail gestellt werden: E-Mail: familienferienzeiten(at)kolpinghaeuser.de.

Für die Maßnahme „Corona-Auszeit für Familien- Familienferienzeiten erleichtern“ stellt das Bundesfamilienministerium 50 Mio. Euro zur Verfügung. Sie ist Teil des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ der Bundesregierung.

 

Digitale Fachtagung „Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf – Lehren aus der Corona-Pandemie“ am 22.09.2021

Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut - überwiegend von Angehörigen. Viele davon sind neben der Pflege auch noch berufstätig. Die Corona-Pandemie belastet diese Familien weiterhin schwer. Der vom BMFSFJ eingesetzte unabhängige Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf veranstaltet daher am Mittwoch, 22.09.2021, zwischen 13:00-16:00 Uhr eine Fachtagung zu diesem Thema. Es findet ein Austausch zu der Situation und den aktuellen wissenschaftliche Erkenntnissen statt. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, sich aktiv mit Fragen und Anregungen einzubringen.

Für eine Teilnahme am Livestream melden Sie sich bitte bis spätestens am 10.09.2021 hier an.  

 

„Gefühls-Werkstatt“ online -
ein Angebot der Alzheimer-Gesellschaft für den Landkreis Kelheim e.V.

Online-Einzel-Coaching zum Umgang mit belastenden Gefühlen

Die Pflege und Beratung eines Angehörigen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz ist eine schwere Aufgabe. Weil viele pflegende Angehörige zusätzlich stark unter Gefühlen wie z.B. Scham, Schuld, Angst, Wut, Kränkung oder Niedergeschlagenheit leiden, kann langfristig die Überbelastung drohen.

Im Training „Gefühls-Werkstatt“ lernen und üben die Teilnehmenden mit Hilfe der ABC-Methode, diese Gefühle so umzuwandeln, dass sie in der Pflegesituation nicht mehr so belastend sind. Seit der Corona-Pandemie wird die „Gefühls-Werkstatt" jetzt auch als ‚Online-Einzel-Coaching‘ durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.alzheimer-kelheim.de/neu-gef%C3%BChls-werkstatt-online-coaching/

 

Digitale Teilhabe von älteren Menschen fördern

Start der Initiative "DigitalPakt Alter"

Älteren Menschen fehlt es häufig an Wissen, um auch digital am Leben teilzunehmen. Um sie beim Einstieg und im Umgang mit digitalen Meiden noch besser zu unterstützen, haben das Bundesseniorenministerium und die BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen die Initiative "DigitalPakt Alter" gestartet. Zum Auftakt am 17. August besuchten Bundesseniorenministerin Christine Lambrecht und Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO, einen Erfahrungsort der Initiative.

Weitere Informationen finden Sie im Videobeitrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/mediathek/digitale-teilhabe-von-aelteren-menschen-foerdern-184948.

 

Neues Zeitverwendungserhebungsgesetz (ZVEG) in Kraft getreten

Am 1. Juli 2021 ist das Gesetz über die statistische Erhebung der Zeitverwendung (Zeitverwendungserhebungsgesetz, ZVEG) in Kraft getreten. Bereits seit den 1990er Jahren erhebt das Statistische Bundesamt (Destatis) gemeinsam mit den Statistischen Ämtern der Länder etwa alle zehn Jahre Daten zur Zeitverwendung der in Deutschland lebenden Menschen, zuletzt 2012/13. Die neue gesetzliche Grundlage sichert nun die regelmäßige Durchführung dieser freiwilligen Erhebung.

Unter dem Motto „Wo bleibt die Zeit?“ findet von Januar bis Dezember 2022 die nächste ZVE statt. Bei der ZVE erfassen alle Teilnehmenden ab zehn Jahren vollständige Tagesabläufe über 24 Stunden von Arbeit oder Schule über Hobbies und Internetnutzung bis zu Einkaufen, Kinderbetreuung, ehrenamtlichen Tätigkeiten sowie den dazugehörigen Wegezeiten mit dem Auto, Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß. Aus den zusammengefassten Daten aller Teilnehmenden kann somit abgeleitet werden, wie Personen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Haushaltskonstellationen ihre Zeit auf verschiedene Lebensbereiche aufteilen. Die Daten sind eine wichtige Grundlage, um insbesonderegesellschaftspolitische Maßnahmen zum Beispiel zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorzubereiten und zu bewerten. Besonderes Interesse gilt dem Umfang der „Care-Arbeit“, das heißt der unbezahlten Arbeit wie Kinderbetreuung, Hausarbeit, Ehrenamt und freiwilliges Engagement.

Für die ZVE 2022 werden 10 000 Haushalte gesucht, die freiwillig an der Erhebung teilnehmen. Das Kernstück bildet dabei das Tagebuch, in dem die Teilnehmenden ihre Aktivitäten im Tagesverlauf an drei vorgegebenen Tagen eintragen.

Interessierte Haushalte können sich voraussichtlich ab Mitte August 2021 für die ZVE 2022 anmelden unter www.zve2022.de.